„Höre mich, Poseidon, Umuferer, finstergelockter
Tummler der Ross’, in der Hand den erzgebildeten Dreizack!
Der du die Gründe bewohnst der weitgebrüsteten Meerflut,
Herrscher des Meers, im Gebraus dumpfrauschender, Ländererschüttrer (…)“
Die Hymnen des Orpheus 17 Poseidon (übersetzt von D. K. P. Dietsch)
Poseidon war der olympische Gott des Meeres und dadurch auch der Gott von Erdbeben, Überschwemmungen, Dürre und auch der Pferde. Er war der Sohn von Kronos und Rhea und der Bruder von Zeus, Hades, Hera, Demeter und Hestia. Während des Titanenkrieges schmiedeten die Kyklopen einen Dreizack für Poseidon. Gemeinsam mit Zeus und Hades besiegte er die älteren Götter, die Titanen, und verbannte sie in den Tartaros. Nachdem die Titanen gefallen waren, wurde die Herrschaft über die Welt zwischen den drei Brüdern ausgelost und Poseidon erhielt das Meer als sein Reich.
Poseidon wurde ursprünglich als chthonischer Gott verehrt. Er lebte in den Tiefen der Erde und ließ diese in seinem Zorn erbeben. Poseidon symbolisiert das Meer und verkörpert die Naturgewalten. Er war verantwortlich für geologische Phänomene, unter anderem die Entstehung von Bergen, Tälern, und Inseln. Seeunglücke wurden seinem Zorn zugeschrieben. Er heiratete Amphitrite, eine Nereide und Tochter des Meeresgottes Nereus. Wie viele griechische Götter hatte auch Poseidon zahlreiche Nachkommen, darunter Triton, ein Meeresgott mit Fischschwanz; Antaios, den Riesen; Polyphem, den Zyklopen. Auch der Held Theseus gehört nach einem Überlieferungsstrang zu seinen Nachkommen. Er war auch der Vater von Pegasos, dem mächtigen geflügelten Pferd Bellerophons, das aus dem Haupt der Medusa geboren wurde.
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Auch die Isthmischen Spiele, benannt nach dem Isthmus von Korinth, werden mit Poseidon in Verbindung gebracht. Sie waren eines der vier wichtigsten panhellenischen Feste Griechenlands und fanden alle zwei Jahre zu Ehren des Poseidon statt. Das Fest umfasste sportliche Wettkämpfe wie Wettlauf, Ringen und Boxen sowie Pferderennen und Musik. Die Sieger erhielten ursprünglich einen Kranz aus Selleriezweigen, später aus Kiefernzweigen, und genossen hohes Ansehen.
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M. Dilger, 3. Semester M.A., Universität Heidelberg