Augustus' Tochter Julia und die schwierige Nachfolge


Sie haben es mit einem Blick auf den Stammbaum vielleicht schon geahnt: Um einen Nachfolger aufzubauen waren die Frauen in Augustus' Familie für ihn zwar wichtig, um seine Autorität nach außen zu kommunizieren brauchte er sie jedoch nicht.

Insofern ist es nicht überraschend, dass lediglich Julia, seine Tochter und Mutter der Enkel des Augustus, ein einziges Mal auf augusteischen Münzen abgebildet wird. Die einzige Rolle, in der sie machtpolitisch relevant genug wurde, um im Medium Münze aufzutreten, war als Mutter der designierten Nachfolger. Der Denar unten zeigt ihre Büste umgeben von ihren Söhnen Gaius und Lucius Caesar, die der Großvater Augustus noch selbst adoptierte, um die familiäre Verbindung auch ohne den "Umweg" über die Tochter eindeutiger zu machen. 

RIC I² Augustus 405. Münzkabinett Staatliche Museen zu Berlin, Objektnr.18202492

Nach dem frühen Tod seiner beiden Enkel blieb schließlich nur noch der Stiefsohn Tiberius als Nachfolger übrig. Um dennoch die Nachfolge im julischen Familienzweig zu sichern, wandte Augustus noch in seinem Testament einen weiteren Trick an: Nachdem er bereits seine eigenen Enkel adoptiert hatte, adoptierte er auch noch seine eigene Gattin Livia, von nun an Julia Augusta. 


Mehr lesen?
Hildegard Temporini: Die iulisch-claudische Familie. Frauen neben Augustus und Tiberius, in: Dies. (Hrsg.), Die Kaiserinnen Roms, Von Livia bis Theodora, München 2002, 21–102.

 

Mareile große Beilage (Universität Mannheim)

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