Der deutsche Begriff "Hacksilber" bezeichnet sogenanntes „Gewichtsgeld“, welches als Tauschmittel eingesetzt wurde. Der Name ist Programm: Je nach Gewicht wurde von verarbeitetem Metall, Teile „abgehackt“ und im Handel verwendet. Es wurden hierfür Silberbarren, Schmuck, Geschirr und andere metallene Kunstgegenstände genutzt. Diese wurden auf ihren reinen Metallwert reduziert.
Das wird auch beim Hortfund von Hagenbach deutlich: Die meisten Silbergefäße wurden zerteilt, die Kunstfertigkeit der Stücke spielte in ihrer weiteren Verwendung als “Gewichtsgeld” keine Rolle. Interessanterweise wurden teilweise auch fremdländische Münzen für den heimischen Handel zerteilt und als Hackgeld weiterverwendet.
Diese Art von Tauschmittel ist in Altassyrien, Ägypten und Griechenland seit dem 7. Jh. v. Chr. und in Europa bis ins 11. Jahrhundert als Alternative zu Münzen nachgewiesen. Mitunter ist Hacksilber auch in Münzhorten nachweisbar. Ein sehr frühes Beispiel dafür findet sich beispielsweise im sogenannten Asyut-Hort. Im Mittelalter hatte sich Münzgeld stark verbreitet, in Zeiten von Münzknappheit jedoch griff man wieder auf „Gewichtsgeld“ zurück. Insbesondere in Nordeuropa in der Einflusssphäre der sogenannten Wikinger lässt sich dieses finden. Das hinterlegte Video erklärt das Phänomen gerade für die Zeit der Wikinger noch genauer.
Nele Neßler, 8. Semester B.A., Universität Heidelberg
Weiterführende Literatur:
Gentner, W., Gropengiesser, H., Wagner, G.A.: Blei und Silber im ägischen Raum. Eine archäometrische Untersuchung und der archäologisch-historische Rahmen, Mannheimer Forum 79/80 (1997), 143–215.
Kroll, J.H: s.v. Hacksilber, in: Bagnall, K. Brodersen, C.B. Champion, A. Erskine and S.R. Huebner (Hgg.), The Encyclopedia of Ancient History, 2012.