Dieser bronzene As wurde von Marc Aurel geprägt und trägt das Porträt und den Titel seiner Frau Faustina der Jüngeren. Zwischen 158 und 164 n. Chr., als diese Münze geprägt wurde, waren Münzen mit dem Bildnis Faustinas im gesamten Römischen Reich im Umlauf. Marc Aurel unternahm diese Münzprägungen, um sowohl seine persönliche Position innerhalb der kaiserlichen Hierarchie zu stärken als auch um das Bildnis seiner Ehefrau als Instrument der politischen Kommunikation hinsichtlich dynastischer Stabilität einzusetzen. Diese Praxis spiegelt das römische Verständnis wider, dass die visuelle Darstellung von ehelichen und familiären Beziehungen wichtige politische Botschaften vermittelt.
| As des Marc Aurel für Faustina II (Avers), 158-164 n. Chr., Bronze, Numismatische Sammlung der Universität Heidelberg, Inventarnr. N23904 | As des Marc Aurels für Faustina II (Reverse), 158-164 n. Chr., Bronze, Numismatische Sammlung der Universität Heidelberg, Inventarnr. N23904 |
Die Vorderseite der oben präsentierten Bronzemünze zeigt auf dem Avers die drapierte Büste von Faustina II., die durch die Inschrift FAVSTINA AVGVSTA bezeichnet wird. Ihr Porträt weist die typische Frisur der Antoninischen Frauen mit Locken und einem charakteristischen Chignon auf. Die Rückseite zeigt die Göttin Diana, die nach links steht, den Kopf nach links gedreht hat und mit beiden Händen eine lange Fackel hält. Eine besser erhaltene Münze desselben Typs findet sich hier! Die Inschrift lautet DIANA LVCIF. Die Darstellung von Diana Lucifera hatte als Göttin der Fruchtbarkeit und Geburt, die von Frauen in den Wehen um Schutz und Beistand angerufen wurde, eine besondere Bedeutung. Diese Aufgaben machten Diana zu einer geeigneten Wahl, um eine Kaiserin zu ehren, die vor allem für ihre Fruchtbarkeit und ihre Rolle als Mutter der kaiserlichen Linie gefeiert wurde. Der Beiname Lucifera, wörtlich „Lichtbringerin”, verwandelt Diana von einer Jägerin in eine Figur der Erleuchtung und Hoffnung. Die Fackel, die Diana auf dieser Münze in beiden Händen hält, steht für die Vertreibung der Dunkelheit, Klarheit und göttliche Führung. Im kaiserlichen Kontext metaphorisch verwendet, stand Diana Lucifera für Hoffnung auf die Zukunft und den göttlichen Segen für die kaiserliche Dynastie.
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Stella Meier, 6. Bachelorsemester (The University of Sydney)