Die Untersuchungen des Max-Planck-Instituts in den 1970er Jahren beschäftigten sich nicht nur mit der Analyse der Münzen aus dem Asyut-Hort. Um die Frage nach der Herkunft des Silbers beantworten zu können, war es nötig den einzigartigen Fingerabdruck der archaischen Münzen mit denen, der Minen bzw. den ersten Verarbeitungsorten, den sog. Verhüttungsorten, zu vergleichen.
Dabei gab es nur ein Problem: Diese Orte, in denen bereits in der Archaik Silber verhüttet wurde, waren in den 70er Jahren zum Großteil noch nicht bekannt. Deswegen machte sich eine kleine Forschergruppe des Max-Planck-Institutes im Januar 1974 und im September 1979 auf, diese Orte zu suchen. Ihre wichtigsten Hinweise zogen sie aus geologischen Kartierungen der Erzvorkommen im griechischen Mittelmeerraum, Berichten von Forschungsreisenden aus dem 19. Jahrhundert aber auch aus Aufzeichnungen antiker Autoren.
Schließlich kam die Forschergruppe zu den Kernergebnissen, dass…
1) …die athenischen Münzen aus Silber aus den Minen von Laurion gefertigt wurden; aber auch das Silber von drei korinthischen und von sechs aiginetischen Münzen aus Laurion stammt.
2) …das Silber der Münzen aus Ägina und von einigen anderen Prägestätten aus verschiedenen Silbervorkommen stammt und vermischt wurde, um die Münzen zu prägen. Dies bedeutet auch, dass Ägina, im Gegensatz zu Athen, keine eigene Silberminen kontrollierte, sondern auf fremde Quellen angewiesen war. Das Silber für diese zweitgrößte Gruppe der aiginetischen Münzen stammt beispielsweise aus der Region um Ayos Sostis.
3) …die korinthischen Prägestätten ihr Silber aus ähnlichen Quellen wie Ägina bezogen.
Lea Schmidt, 3. Semester M.A. (Universität Heidelberg)