Wie wird das gewonnene Erz verarbeitet (Teil 1)?


Du hast jetzt schon erfahren, wo, wonach und wie gegraben wurde. Jetzt erfährst du in einzelnen Schritten, wie aus dem gewonnenen Erz Silber wurde.

Der zweite Schritt war die Sortierung aus dem vorigen Kapitel, doch diese war noch nicht vorbei, denn „Übertage“ wurde das Gestein nun nochmal grob in zwei Kategorien eingeteilt:


Verarbeitung von Erz der Kategorie 1 
Abbildung: ©Annika Friebe

Kategorie 1 war das Gestein, das zu über 1/3 aus Erz bestand. Dieses wurde sofort zerkleinert und zu den Schmelzöfen gebracht.

 


Verarbeitung von Erz der Kategorie 2
Abbildung: ©Annika Friebe

Kategorie 2 war das Gestein, das aus weniger als 1/3 Erz bestand. Dieses musste zunächst weiterverarbeitet werden, bevor man es einschmelzen konnte.

 


 

Diese Weiterverarbeitung war sehr aufwendig und geschah in verschiedenen Werkstätten (ergasteria). Das erste Ergasterion und somit der dritte Schritt war die Schleiferei bzw. die Mühle. Hier wurde zunächst das Erz zerkleinert und von möglichst viel erzarmem Gestein getrennt (ca. 10%). Danach wurde das Erz in einer von Hand betriebenen Mühle zu hirsegroßen Stücken (5mm) pulverisiert.

Schema einer Kegelmühle
Bild: SuperManu, CC BY-SA 3.0

 

 

 

 

 

 

 

 

 





 

Der vierte Schritt fand in der Wäscherei statt: Hier wurde das pulverisierte Erz zunächst gewaschen. Dabei wurde durch hydraulische Bewegungen das leichtere, erzarme Gestein nach außen in Absetzbecken gespült, während die Erze sich in der Nähe des Waschtisches absetzten. Hierbei wurde rund 60% des nicht erzhaltigen Gesteins entfernt. Diesen Vorgang kannst du dir ähnlich wie beim Goldschürfen vorstellen. Das abgesetzte Bleierz-Wasser-Gemisch, was nun eher Schlamm ähnelte, wurde dann auf Tischen zum Trocknen verteilt.

Das trockene Erz wurde danach mit einem leicht brennbaren Bindungsmittel (meistens menschlichen Fäkalien) zu mehreren Pellets gepresst und wieder getrocknet. Diese Pellets hatten nun einen so hohen Erzgehalt, dass auch sie zu den Schmelzöfen transportiert werden konnten.

Erzwaschplatz in Laurion
Bild: H. Schmitz, CC BY-SA 2.5

 

Weiterführende Literatur:

Rihll, T. E.: Making money in ancient Athens, in: D. J. Mattingly und J. Salmon (Hrsg.): Economies beyond Agricultures in the Classical World. London 2001, 15-42.

Thür, G. & Faraguna, M.: Silver from Laureion: Mining, Smelting, and Minting, in B. Woytek (Hrsg.): Infrastructure and Distribution in Ancient Economies. Wien 2019, 45-58.

 

Annika Friebe, B.A. (Universität Freiburg)

Fehler Bitte beantworten Sie alle Fragen