Archäometrie

Der Begriff der Archäometrie bezeichnet die Anwendung naturwissenschaftlicher Methoden in der Archäologie, der Denkmalpflege und den historischen Wissenschaften. Sie ist eine Disziplin, die dabei hilft, historische Fragestellungen mit Hilfe von Physik, Chemie oder Biologie genauer zu untersuchen. Neben Münzen und ihren Metallen können ebenso Gesteine, Böden und Sedimente oder Objekte aus Keramik, Glas oder organischen Stoffen, wie etwa Knochen, Holz und Nahrungsreste, archäometrisch untersucht werden.

Durch die Analyse unterschiedlicher Materialien liefert die Archäometrie wichtige Erkenntnisse über menschliches Handeln in der Vergangenheit. Sie kann erklären, woraus Objekte bestehen, woher ihre Rohstoffe stammen und wie sie hergestellt wurden. Außerdem befasst sie sich mit den Umweltbedingungen, denen Menschen ausgesetzt waren, und kann damit auch Fragen zur Ernährung, Gesundheit und Migration einzelner Menschen oder größeren Gruppen beantworten.

Die Münzen des Asyut-Horts sind die ersten beprobten Münzen. Seitdem hat sich in der Archäometrie viel getan: Neue Methoden wurden entwickelt, die Analyseverfahren liefern feinere Ergebnisse und die Entnahme von Proben ist meist weniger invasiv. Die Probenentnahmepunkte betreffen außerdem heutzutage üblicherweise den Münzrand und nicht mehr das Münzbild.

Mit diesen neuen Methoden wurden in den letzten Jahren auch viele weitere Heidelberger Münzen untersucht.

 

Stater aus Thurioi, Lucania (420-415 v. Chr.) mit modernen Beprobungspuren. Auf dem Avers ist ein Stier nach links laufend zu sehen. Numismatische Sammlung der Universität Heidelberg, Invnr. AN350.

 

Zum Beispiel wurden, wie auf dem Bild oben zu erkennen, einige Proben aus dem Rand von Silbermünzen durch die Goethe-Universität Frankfurt am Main entnommen. Im Rahmen des Forschungsprojekts "Coinage and the dynamics of power: the Western Mediterranean 500-100 BC" unter der Leitung von Prof. Dr. Fleur Kemmers wurde die Verbindung verschiedener Silberquellen im Zusammenhang mit der archaischen Münzprägung untersucht. Außerdem wurde sich erneut mit der Herkunft des Metalls für die Münzprägung sowie der Silberverteilung innerhalb der verschiedenen griechischen Stadtstaaten beschäftigt.

Speziell einige Münzen des Asyut-Horts wurden dann im Jahr 2021 nochmals durch das Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie in Mannheim untersucht. Hier war das Ziel eine Bleiisotopenanalyse.

 

Lea Schmidt, 3. Semester M.A. (Universität Heidelberg)

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