Prüfhiebe sind eine Methode, um die Echtheit und den Metallwert einer Münze zu bestimmen und zu bestätigen. Manche antike Fälschungen besaßen beispielsweise einen Bronzekern. Sie bestanden somit zu einem hohen Anteil aus geringwertigem Metall und wurden nur mit einer dünnen Schicht aus Silber oder Gold überzogen. Mit einer Einkerbung in die Münze konnte festgestellt werden, ob die Münze vollständig aus z.B. Silber und Gold war oder "gefüttert" war.
Hierbei muss jedoch der Entstehungskontext und -zeitraum beachtet werden: Teilweise wurden mit der Verbreitung des Münzwesens auch offiziell geduldete, „gefütterte“ Münzen populär, sprich Münzen mit einem Kupferkern, die dann mit einem Edelmetall überzogen wurden - eine sogenannte Plattierung.
Prüfhiebe sind in verschiedenen Ausführungen auf Münzen zu finden. Oft ist es eine Einkerbung, die mithilfe eines Schlages durch ein spitzes Werkzeug produziert wurde. Bei anderen Münzen ist ein gewisses, spezifisches Muster des Prüfhiebes zu erkennen, was darauf schließen lässt, dass diese Reinheitsprüfung recht verbreitet und mitunter professionalisiert wurde.
Münzen mit Prüfhieben aus dem sog. Asyut-Hort (6.-5. Jh. v. Chr.) gelten in der Forschung mit als ältester Nachweis dieser Methode. Prüfhiebe kommen aber keineswegs nur in der Antike vor. Sie lassen sich bis ins 20. Jh. unter anderem in China nachweisen, da auf diese Weise der Metallwert von internationalem Münzgeld festgestellt wurde.
Weiterführende Literatur:
Gentner, W., Gropengiesser, H., Wagner, G.A.: Blei und Silber im ägischen Raum. Eine archäometrische Untersuchung und der archäologisch-historische Rahmen, Mannheimer Forum 79/80 (1997), 143–215.
Lombardo, D.: Ancient Countermarks: Precursor to Chinese Chopmarks? In: The Newsletter of the Chopmark Collectors Club, A Special Group of Numismatists, Gullberg, C. (Hrsg.), Vol. 15, No. 4, Taipeh (12/2011), 129–133 [online: https://www.academia.edu/2562789/Chopmark_News_December_2011].
Yap, E.: Counterstamp vs. Countermark. In: The Newsletter of the Chopmark Collectors Club, A Special Group of Numismatists, Gullberg, C. (Hrsg.) Vol. 15, No. 4, Taipeh, (12/2011), 115–117 [online: https://www.academia.edu/2562789/Chopmark_News_December_2011].
Nele Neßler, 8. Semester B.A., Universität Heidelberg