Dieses Video zeigt einen vollständigen Workflow der digitalen 3D-Modellage einer Münze mit dem Programm Blender.
Blender ist eine kostenlose Open-Source-Software für 3D-Modellierung, Sculpting, Texturierung und Rendering, die sich durch ihre Vielseitigkeit auch für wissenschaftliche Anwendungen wie die digitale Numismatik eignet. Im Vergleich zu kommerziellen Alternativen bietet es einen vollständigen Funktionsumfang ohne Lizenzkosten, erfordert jedoch eine gewisse Einarbeitungszeit in die Benutzeroberfläche.
Ausgehend von einem hochauflösenden Münzbild von Avers und Revers – für den Einstieg sollte ein möglichst rundes Stück gewählt werden – wird zunächst ein einfacher Rohling mit Basistextur erstellt. Über Displacement Maps wird anschließend das Basisrelief generiert, das im nächsten Schritt manuell im Sculpt-Modus verfeinert wird. Abschließend werden die UVs finalisiert und verbleibende Fehler in der Geometrie bereinigt. UV steht hier für die U und die V Achsen, die die horizontalen und vertikalen Koordinaten einer 2D-Bildtextur in Bezug auf die Oberfläche eines 3D-Modells bilden.
Wichtige Grundlagen:
Da beim Einsatz von Displacement Maps zur Erzeugung des Basisreliefs zeitweise sehr hohe Polygonzahlen entstehen, sollte der verwendete Rechner über ausreichend Arbeitsspeicher (mind. 32 GB RAM, empfohlen 64 GB) sowie eine dedizierte Grafikkarte mit genügend VRAM verfügen (im Video wurde eine RTX 5090 Phantom genutzt; empfohlen wird eine Grafikkarte mit mindestens 8 GB VRAM), um flüssiges Arbeiten im Sculpt-Modus zu gewährleisten. Ansonsten kann nicht garantiert werden, dass die Umsetzung funktioniert und das Abstürzen des Gerätes kann nicht ausgeschlossen werden.
Eure PC-/Laptop-Komponenten findet ihr unter: Strg + Alt + Entf → Task-Manager. Dort seht ihr unter "Leistung", wie viel RAM (Arbeitsspeicher) ihr habt, und unter "GPU", welche Grafikkarte ihr besitzt. Der dedizierte GPU-Speicher entspricht dem VRAM.
Zudem empfehlen wir dringend eine Mouse zu verwenden.
Grundkenntnisse in Blender werden vorausgesetzt. Wer noch nie mit dem Programm gearbeitet hat, sollte sich zuvor das Einführungsvideo ansehen:
Benjamin van der Starre, 3. Mastersemester (Universität Heidelberg)