Der Rohrbacher Hort - Fundzusammensetzung

Zur Vorarbeit der Publikation 1917 begutachtete und bestimmte Emil Heuser den Fund von Rohrbach. Durch seine Arbeit liegt eine genaue Auflistung der Objekte vor. Ob ihm tatsächlich alle Münzen des Horts zur Bestimmung vorgelegt wurden oder ob zwischen Auffindung und Bestimmung der Münzen Stücke verloren gingen oder verschwanden, entzieht sich unserer heutigen Kenntnis.

Der Rohrbacher Hort weist eine beträchtliche Zeitspanne zwischen den Prägejahren der Münzen auf. Er umfasst das 17. sowie Teile des 18. Jahrhunderts. Die jüngste Münze im Fund, eine sogenannte Schlussmünze, ist ein Louis d'or von Ludwig XV. aus dem Jahr 1718. Die älteste Goldmünze ist ein Dukat aus den Niederlanden aus dem Jahr 1595. Die älteste datierbare Silbermünze ist ein sogenannter Brabanter-Taler Philipps IV. von Spanien aus dem Jahre 1644, der im damaligen Gebiet der spanischen Niederlande –  dem heutigen Belgien –  ausgegeben wurde.
Einige Münzen tragen jedoch auch keine Jahresangabe und können daher nur grob in einen Zeitraum datiert werden.

Die aufgefundenen Nominale sind äußerst vielfältig und zeugen von regem Austausch und Handel, in den offensichtlich auch Rohrbach und die Pfalz in dieser Zeit eingebunden waren. Zwar notierte der Finder nicht die genauen Auffindungsorte auf seinem Grundstück, jedoch ist nach Heuser davon auszugehen, dass man die unterschiedlichen versteckten Deponierungsorte der Geldstücke auch zu verschiedenen Zeitpunkten, womöglich unabhängig voneinander, anlegte.

Auch die Herkunft der Prägungen ist breit gefächert. Neben dem aus Ungarn stammenden Nagybanyer Dukaten Rudolfs II. von 1601 findet sich ebenso ein Cruzado von Johann III. von Portugal.

Die untenstehende Karte gibt dabei einen guten Überblick über die Herkunft der Münzen. Auf der folgenden Seite soll nun der Blick auf den Befund gerichtet werden.


Karte der Münzstätten des Fundes von Rohrbach. Erstellt von Arne Schönfeld.

 

Literaturangabe:

Heuser, E.: Der Münzenfund von Rohrbach, Berliner Münzblätter NF 5, 1917, 82-85.

 

Patrick Dörr, 3. Semester M.A. (Universität Heidelberg)

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