Bei seiner dritten Tat erlegte Theseus die krommyonische Sau, eine schreckliche Bestie, die nach Apollodor (Apollod. epit. I 1) von den Ungeheuern Echidna und Typhon abstammte. Ihre kampflustige und menschenmordende Raserei versetzte die Bewohner von Krommyon, einem Dorf in der Korinthia, in Angst und Schrecken.
Die krommyonische Sau reiht sich in eine Linie unzähmbarer Wildkreaturen ein, deren heroische Jagd das Zentrum diverser Mythen einnimmt. In einer großen Jagdgemeinschaft treiben zahlreiche Helden der griechischen Frühzeit, darunter Namen wie Theseus, Nestor, Meleager, Atalante und Iason, den kalydonischen Eber in die Enge, während der tatenreiche Herakles dem mykenischen Herrscher den erymanthischen Eber bei lebendigem Leibe präsentiert. Strabon zufolge (Strab. geogr. 8, 6, 22) handelte es sich bei beiden Monstern um Nachfahren der gewaltigen, krommyonischen Wildsau, die somit die Spitze des Stammbaumes bildet.
Weiterführende Literatur
Strab. geogr.: Strabon, Geographika, übers. u. hrsg. v. W. Aly, E. Kirsten, F. Lapp, 3 Bde., Bonn 1957-1972.
Meret Reinköster, 7. Bachelorsemester Alte Geschichte (Universität Heidelberg)