Was sind Restitutionsmünzen und woran erkennt man sie?

 

Die moderne Bezeichnung „Restitution(smünze)“ leitet sich vom lateinischen Verb restituere ab, was so viel bedeutet wie wiederherstellen, erneuern oder zurückbringen.

In der Numismatik steht der Begriff für einen speziellen Münztypus, der ältere Motive kopiert sowie als Kennzeichnung eine Form des Verbs restituere in der Reverslegende enthält.

Nehmen wir folgendes Beispiel:

 


M1: As des Caligula für seinen verstorbenen Vater Germanicus,
39-40 n. Chr., Rom, Bronze, Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, Inv.-Nr. 18214274. 

Av: GERMANICVS CAESAR TI AVG F DIVI AVG N.
Rv: C CAESAR DIVI AVG PRON AVG P M [T]R P III P P

 


M2: Restituierter As des Domitian,
81-82 n. Chr., Rom, Bronze, Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, Inv.-Nr. 18214312.
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Av: GERMANICVS CAESAR TI AVG F DIVI AVG N.
Rv: IMP D CAES DIVI VESP F AVG REST

 

Mit Blick auf den Avers erscheinen die beiden Münzen nahezu identisch. Erst beim Betrachten des Revers ist ein inhaltlicher Unterschied auszumachen: Die Legenden enthalten abweichende Kaisertitulaturen. 

Zudem ist der Titulatur in M2 ein REST angefügt. REST" ist eine abgekürzte Form von restituit, also einer konjugierten Form des Verbes restituere. In Kombination mit der vorangestellten Titulatur ergibt sich der folgende Satz: 

 

Imperator Domitian Caesar, der Sohn des vergöttlichten Augustus Vespasian, hat erneuert/wiederhergestellt/zurückgebracht.

 

Mit diesem Restitutionsvermerk wird deutlich gemacht, dass es sich nicht um das Original (des Caligula), sondern um eine Neuauflage handelt. 

Als Erkennungsmerkmal für Restitutionsmünzen lässt sich also folgendes Schema der Reversbeschriftung festhalten:     

      

TITULATUR DES PRÄGEHERREN 

                               +

RESTITVIT (meist abgekürzt. z.B. REST/RESTI)  

 

 

Franziska Nober, Universität Heidelberg

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