Beprobung der Asyut-Münzen

Die Beprobung der Hort-Münzen fand im Zuge eines Forschungsprojektes von Wolfgang Gentner und seinen Kollegen mit dem Titel „Die Handelswege im antiken griechischen Kulturraum für Gold, Silber und Blei. Lagerstätten, Verhüttung, Verarbeitung und Münzprägung“ statt.

In den 1970er Jahren war die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Numismatik bzw. der Archäologie und den Naturwissenschaften Neuland. Während die Numismatik traditionellerweise die Prägestätte der Münzen anhand ihrer Ikonografie erkennt, war es ein Ziel des Projekts, erstmals die Herkunft des Silbers der Münzen durch eine chemische Materialanalyse zu benennen.

Für einen Teil der vorgenommenen Untersuchungen war es nötig, die Münzen direkt zu beproben. Die damals entstandenen Bohrlöcher sind heute noch gut sichtbar. Auf der Abbildung unten ist ein Bohrloch in der Mitte der Münze, in der tiefsten Stelle des antiken Prüfhiebes, erkennbar.

 

Archaische Tetradrachme mit Prüfhieben und Bohrloch auf dem Avers. Numismatische Sammlung der Universität Heidelberg, Invnr. Asy47. 

Silbermünzen enthalten immer auch Verunreinigungen von anderen Metallen wie etwa Blei, Kupfer oder Gold. Zur Zeit der Beprobung wurde angenommen, dass Proben dieser sog. Spurenelemente aus dem Inneren der Münzen entnommen werden müssen, da sie dort gleichmäßig verteilt sind. Heute ist diese Annahme umstritten und Proben werden nicht mehr zwangsläufig aus dem Kern einer Münze genommen.

Spurelemente hinterlassen einen einmaligen „Fingerabdruck“, durch den die Herkunft des Silbers, also die Geografie ihrer Silberminen, eingegrenzt oder sogar bestimmt werden kann. Hierfür ist eine chemische Analyse des Silbers jedoch nicht ausreichend. Es wird die sog. Isotopenanalyse benötigt.   

In den 70er Jahren gab es jedoch noch nicht die Möglichkeit, dies in Heidelberg oder naher Umgebung mit der nötigen Genauigkeit zu untersuchen. Um dieses Problem zu lösen, wurde mit der Universität von Oxford kooperiert, welche die Untersuchung in ihrem Massenspektrometer durchführte.

Neben den Prägungen aus Athen stammt ein weiterer großer Anteil des Asyut-Horts aus Ägina. Münzen dieser Prägestätte fehlen jedoch im Heidelberger Teil des Horts. Deswegen kam es zu einer weiteren Kooperation mit dem Ashmolean Museum, ebenfalls aus Oxford, durch deren Münzen diese Beprobungslücke geschlossen werden konnte.

 

Beprobungsdokumentation einer athenischen Tetradrachme durch das Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg. Foto: Autorin.

 

Lea Schmidt, 3. Semester M.A. (Universität Heidelberg)

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