Das Währungsnetzwerk

Die ersten Münzen wurden vor allem für den überregionalen Handel verwendet, weshalb schon sehr früh große Mengen an Münzen weit von ihrem Ursprungsort wegtransportiert wurden. Münzhorte können uns gut darüber Aufschluss geben, wie weit einzelne Münzen „gereist“ sind. Um auch am anderen Ende des Mittelmeers angenommen zu werden, war der Reinheitsgrad des Edelmetalls ausschlaggebend. Nur qualitativ hochwertige Münzen mit hohem Feingehalt wurden allgemein akzeptiert.

Allerdings gab es ab der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. auch Münzen, die nur in der Polis, in der sie geprägt wurden, akzeptiert wurden – ein athenisches Beispiel lernst du im nächsten Abschnitt kennen. Diese Münzen waren üblicherweise aus Bronze oder anderem kostengünstigen Metall. Dass sie nur vor Ort angenommen wurden, liegt daran, dass der Nominalwert (und damit die Kaufkraft der Münze) über dem Wert des eigentlichen Metalls lag – ähnlich wie bei unseren heutigen Münzen. Diese Art der Münze nennt sich Scheidemünze.


Bronzene Tetradrachme aus Athen,
14,81 gr, ca. 410–400 v. Chr. geprägt.

Das Phänomen, dass in einer Polis nur eigene Münzen akzeptiert wurden, kennen wir auch aus Athen. Wenn Händler mit fremden Münzen auf den attischen Markt kamen, mussten sie erst die Münzen gegen athenische Eulen eintauschen – natürlich gegen eine Gebühr. Davon waren nicht nur Bronzemünzen, sondern auch reine Silbermünzen betroffen. Der Grund dafür war, dass Athen die eigene Münzproduktion steigern konnte, indem qualitativ hochwertige Münzen eingeschmolzen und neu mit der athenischen Eule geprägt wurden. Somit konnte Athen noch mehr eigene Münzen verbreiten.

 

Weiterführende Literatur:

Mittag, P. F., Griechische Numismatik. Eine Einführung. Heidelberg 2016, besonders 221–223.

 

 

Johanna Humburg (Universität Freiburg)

 

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