Neros Unabhängigkeit

As des Nero, 66-67 n. Chr., Bronze,
Numismatische Sammlung der Universität Heidelberg,
Inv.-Nr. N15264.

Um die Mitte der 50er Jahre n. Chr. traf Nero seine Entscheidungen eigenständiger und unabhängiger von seiner Mutter Agrippina. Deutlich wurde dies unter anderem daran, dass Nero sich auf Münzen nur noch allein abbilden ließ, wie zum Beispiel auf dem hier dargestellten As. Dazu kam, dass er ihr ihre persönliche Schutzwache entzog, was ihrem Ansehen schadete und ihre persönliche Sicherheit nicht mehr in vollem Umfang gewährleistete. Des Weiteren musste Agrippina den Palast verlassen und sich nach Kampanien in ihre Privathäuser zurückziehen. Parallel dazu wurde sie aus den Entscheidungsprozessen ausgeschlossen und nahm damit auch nicht mehr an administrativen beziehungsweise politischen Treffen teil. Auch die Nennung von Agrippinas Namen wurde immer seltener, aus offiziellen öffentlichen Veranstaltungen wurde sie ausgeschlossen und ihre Kontakte zu hohen Persönlichkeiten wurden durch die Entfernung aus Rom wesentlich verringert.

Hierdurch verlor sie nicht nur die Kontrolle über Nero und seine kaiserliche Macht, sondern auch den unmittelbaren Zugang zum Kaiserhof. Für Nero waren diese Maßnahmen zentrale im Weg der Abnabelung von seiner Mutter. Nach diesem Schritt in die Unabhängigkeit stützte er sich mehr auf Berater und andere für ihn nützliche Personen aus seinem selbstgewählten Umfeld.

 

 

Lisette Haag, 6. Bachelorsemester (Universität Heidelberg)

 

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