Wer heute einen US-Dollar in der Hand hält, blickt auf die Gesichter jener Männer, deren Taten eine Nation prägten – Helden, in der Wahrnehmung ihrer Zeitgenossen und Nachkommen. Bereits in der Antike findet sich dieses Phänomen: Nationalhelden wurden zu Ikonen, deren Geschichten Städte formten, Generationen inspirierten und auf Münzen verewigt wurden – kleine, bleibende Zeugnisse von Macht, Mut und Mythos.
Einer der größten unter ihnen war Theseus, der mythische Held Athens. Von seinen waghalsigen Jugendtaten über den dramatischen Kampf gegen den Minotauros auf der Insel Kreta bis hin zu seiner oft skandalumwitterten Herrschaft über die polis – Theseus wurde zum Spiegel Athens, ein Symbol von Mut, List und Macht. Auf antiken Münzen begegnet er uns immer wieder, verewigt als der Held, der Mythos und Stadtgeschichte miteinander verschmelzen lässt.
Tetadrachme aus Karystos (ca. 88-86 v. Chr.), die auf dem Avers eine Büste der Athena mit attischem Helm nach rechts darstellt. Der Revers (Α-ΘΕ / Ο / ΔΕ-Μ-Ο/Σ) zeigt eine Eule auf einer Amphora. Im rechten Feld steht Theseus (oder Harmodios, Perseus oder der personifizierte Demos?) mit einem Schwert in der rechten Hand. [IGCH I, 344]
© Staatliche Museen zu Berlin, Münzkabinett / Reinhard Saczewski
In diesem Modul begeben wir uns auf Spurensuche: Wir folgen Theseus in seine Abenteuer, beobachten, wie er auf antiken Münzen dargestellt wurde, und entdecken, warum seine Geschichten die Menschen damals genauso fesselten wie heute.
Bereit für die Reise? Dann startet vorab mit dem 15-minütigen Video zum Mythos von ARD alpha und taucht ein in die Welt eines Helden, der über Jahrtausende hinweg die Fantasie zahlreicher Generationen beflügelt hat!
Marie E. Wörner, 1. Semester M.A. Classics (Universität Heidelberg)