Sinis

Am Isthmos von Korinth traf Theseus auf Sinis. Dieser wurde auch Pityokámptēs, also Fichtenbeuger, genannt, weil er die Vorbeikommenden an heruntergebeugten Ästen von Fichten festband. Sobald die Kräfte der Gefesselten nachließen und sie der Zugkraft der Äste nicht mehr standhielten, wurden sie von den Bäumen in die Luft geschleudert und kamen auf diese Weise ums Leben. In einigen Versionen der Sage wird auch erzählt, dass Sinis seine Opfer jeweils an zwei verschiedenen Fichten festband, sodass deren Leiber beim Loslassen zerrissen wurden.

Viele der Schurken, denen Theseus auf seiner Reise begegnete, bestrafte er mit dem Prinzip der Talion, was abgeleitet von dem lateinischen Wort talio in etwa mit „Wiedervergeltung durch Gleiches“ übersetzt werden kann. So erlitt Sinis das gleiche Übel, welches er seinen Opfern angetan hatte.

In den Überlieferungen bei Plutarch (Plut. Th. 8, 3; 25) und Pausanias (Paus. I 37, 4; II 1; X 25, 7) hatte Sinis eine Tochter mit Namen Perigune, der Theseus beiwohnte und mit ihr den Melanippos zeugte.


Szenenausschnitt einer rotfigurigen Kylix mit Darstellungen der Taten des Theseus (ca. 440-430 v.Chr.). Sinis sitzt auf einem Hügel und hält sich mit seiner linken Hand an einem Baum fest. Sein rechter Arm wird von Theseus gepackt, welcher Sinis zu sich nach links zieht. Mit seiner rechten Hand beugt Theseus die Spitze des Baumes herab.
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Hinweis: Das Bild zeigt lediglich einen Ausschnitt der Kylix. Das vollständige Objekt (Asset No. 79665001) findest du hier.

 

 

Meret Reinköster, 7. Bachelorsemester Alte Geschichte (Universität Heidelberg)

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