Janus: Mythos und Bedeutung

Janus ist eine der ältesten und eigentümlichsten Gottheiten des römischen Pantheons – und eine, die keine griechische Entsprechung hat. Sein charakteristischstes Merkmal ist die Doppelgesichtigkeit (bifrons): Ein Gesicht blickt nach vorne, eines nach hinten.


Büste des Janus aus den vatikanischen Museen; Grafik von Benjamin van der Starre, basierend auf einem Foto von Fubar Obfusco.

Anders als die meisten römischen Götter, die aus dem griechischen Kulturraum übernommen oder mit griechischen Gottheiten gleichgesetzt wurden – wie Jupiter/Zeus oder Mars/Ares – ist Janus genuin italisch-römisch. Manche Forscher, wie Larissa Bonfante vermuten einen etruskischen Ursprung und verbinden Janus mit Culsans, andere wie Georges Dumézil betonen den italischen/urlatinischen Ursprung und argumentieren, die Etrusker hätten Ani (Janus) erst von den Italikern übernommen.

"Culsans. The Etruscan Janus, keeper of the gate ('cul alp' on the Piacenza Liver), is a purely Etruscan divinity or demon", Bonfante 2006, 74.

"(...)the divine topography of the liver of Piacenza allows a great deal of space for the divinities whom the Etruscans borrowed from the Italic peoples: in addition to Vetis-l, mentioned above, these are Ani (Janus), Uni (Juno), Maris-l, Selva(ns), Neθ(uns), and perhaps Vel(χans), to whom Herc(le) is to be added(...)", Dumézil 1970, 659.

 

Weiterführende Literatur

Bonfante, Larissa: Etruscan Myths, London: British Museum Press 2006.

Dumézil, Georges: Archaic Roman Religion. With an Appendix on the Religion of the Etruscans, übers. v. Philip Krapp, 2 Bde., Chicago 1970 (frz. Original: Paris 1966).

 

Benjamin van der Starre, 2. Mastersemester (Universität Heidelberg)

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