Sonderreiche

 Imperium Romanum circa 260-273 n. Chr. (eine Annäherung). Grafik: Jason Nichols

Ein großes Ereignis im 3. Jh. n. Chr. war die Abspaltung zweier “Sonderreiche”, ganze Regionen, über die Rom die Kontrolle verloren hatte und die von lokalen Herrschern regiert wurden:


Das Gallische Sonderreich

Im Sommer 260 fand eine Usurpation in Niedergermanien statt, die von Postumus geführt wurde. Dieser schlossen sich andere Regionen – Gallien, Britannien, Spanien sowie andere Teile Germaniens – an. Postumus verzichtete aber auf seinen Machtanspruch in Rom. Das Sonderreich existierte bis 274, nachdem Aurelian die gallische Armee besiegt hatte.


Das Palmyrenische Sonderreich

Ebenfalls im Sommer 260 wurde der Kaiser Valerianus bei Edessa in Mesopotamien von den Persern geschlagen und gefangengenommen. Odaenathus, ein lokaler Feldherr, unterstützte den Sohn des Valerianus, Gallienus, und besiegte die Perser. Für seine Dienste erhielt er den Titel dux Romanorum (Führer der Römer) und nannte sich selbst rex regnum (König der Könige). Gallienus gab ihm außergewöhnliche Befugnisse, sodass das palmyrenische Königreich praktisch unabhängig von Rom war. Odaenathus starb einige Jahre später (267?). Im Jahr 273 n. Chr. waren die Territorien des Sonderreichs wieder unter der direkten Kontrolle Roms.

 

Enseroth/Nichols (2. Semester, Universität Heidelberg)

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